Dermabrasion

Die Dermabrasion ist ein ablatives Verfahren der Hautchirurgie, bei dem die oberste Hautschicht mechanisch abgeschliffen wird, um Narben und Falten zu ebnen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der reinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Bei Unsicherheiten und für die Erstellung eines individuellen Behandlungsplans ist das Gespräch mit einem qualifizierten Facharzt unerlässlich.

Definition: Was ist die chirurgische Dermabrasion?

dermabrasion behandlung

Die Dermabrasion ist ein operatives, abtragendes (ablatives) Verfahren der Hautchirurgie. Dabei wird die oberste Hautschicht (Epidermis) und Teile der darunterliegenden Lederhaut (Dermis) mit einem schnell rotierenden Schleifinstrument, wie einer Diamantfräse oder einer Drahtbürste, kontrolliert mechanisch abgeschliffen.

Ziel ist es, tiefgreifende Hautunregelmäßigkeiten wie ausgeprägte Narben oder Falten zu ebnen. Der Eingriff erzeugt eine offene Wunde, die unter ärztlicher Aufsicht heilen muss.

Achtung, Verwechslungsgefahr: Dermabrasion vs. Mikrodermabrasion

MerkmalDermabrasion (Chirurgisch)Mikrodermabrasion (Kosmetisch)
PrinzipOperatives Abschleifen der HautSanftes „Polieren“ der Hautoberfläche
EindringtiefeTief, bis in die Dermis (Lederhaut)Sehr oberflächlich, nur Hornschicht
AnästhesieImmer: Lokalanästhesie, DämmerschlafKeine
AusfallzeitJa: 1–2 Wochen, wochenlange RötungNein, allenfalls leichte Rötung für Stunden
SchmerzenEingriff schmerzfrei, Wundschmerz danachSchmerzfrei, allenfalls ein leichtes Kribbeln
Risiko-LevelMittel bis hoch (Narben, Infektion, Pigmentstörungen)Sehr niedrig
AnwenderAusschließlich Facharzt (Dermatologe, Plastischer Chirurg)Arzt, Heilpraktiker oder geschulte Kosmetikerin

Zusammenfassend:

Die Dermabrasion ist eine Operation zur Korrektur tiefer Hautschäden. Die Mikrodermabrasion ist eine milde, oberflächliche Hautreinigung zur Verbesserung des Teints. Verwechseln Sie diese beiden Verfahren unter keinen Umständen.

Wie läuft der operative Eingriff bei der Dermabrasion ab?

dermabrasion Eingriff

Eine Dermabrasion wird in einem Operationssaal oder einem klinischen Behandlungsraum durchgeführt.

  1. Anästhesie Abhängig vom Umfang des Eingriffs wird das Areal lokal betäubt. Oft wird zusätzlich ein Dämmerschlaf oder bei sehr großen Arealen eine Vollnarkose eingeleitet.
  2. Vorbereitung Die Haut wird gründlich gereinigt, desinfiziert und eventuell mit einem Kältespray verfestigt, um eine präzisere Abtragung zu ermöglichen.
  3. Abschleifen Der Chirurg führt den schnell rotierenden Dermabrader mit kontrolliertem Druck über die Haut und schleift die obersten Hautschichten Schicht für Schicht ab, bis die gewünschte Tiefe erreicht ist, um die Narbe oder Falte zu ebnen. Dies führt zu Blutungen.
  4. Wundversorgung Die entstandene, offene Wundfläche wird sofort mit speziellen Salben und Verbänden versorgt, um die Heilung zu unterstützen und Infektionen vorzubeugen.

Wann kommt eine Dermabrasion infrage? (Indikationen)

  • Ausgeprägte Aknenarben: Insbesondere „ice pick“-Narben oder wellenförmige Narbenfelder.
  • Narbenkorrekturen: Nach Operationen oder Unfällen.
  • Rhinophym: Eine knollenartige Verdickung der Nase bei schwerer Rosacea.
  • Teilweise zur Entfernung von Tätowierungen (heute meist durch Laser ersetzt).

Die Heilungsphase: Was Sie wirklich erwartet

Die Regeneration nach einer Dermabrasion ist ein langwieriger Prozess, der Geduld erfordert.

Erste Woche:
Zunächst besteht eine offene, nässende Wundfläche, die sich in den ersten Tagen mit Krusten überzieht. Schwellungen und ein brennendes Gefühl sind normal. Strenge Hygiene und regelmäßige Verbandswechsel durch den Arzt sind entscheidend.

Zweite Woche:
Die Krusten beginnen sich zu lösen. Darunter kommt eine neue, sehr empfindliche, rosafarbene Haut zum Vorschein.

Folgende Wochen & Monate:
Die starke Rötung bleibt für mehrere Wochen bis Monate bestehen und verblasst nur langsam. Die neue Haut ist extrem empfindlich gegenüber Sonnenlicht.

Absolutes Muss:

Konsequent hoher Sonnenschutz (in der Regel LSF 50) über mehrere Monate ist unerlässlich; Dauer und Stärke legt der behandelnde Arzt je nach Hauttyp und Jahreszeit fest.

Risiken und Komplikationen der Dermabrasion

Die Dermabrasion ist ein risikoärmeres Verfahren als früher, birgt aber weiterhin ernstzunehmende Komplikationen:

  • Infektionen: Bakterielle oder virale (Herpes) Infektionen der Wundfläche.
  • Narbenbildung: Anstelle einer Verbesserung können neue, wulstige Narben entstehen.
  • Pigmentverschiebungen: Dauerhafte helle (Hypopigmentierung) oder dunkle (Hyperpigmentierung) Flecken. Dieses Risiko ist bei dunkleren Hauttypen besonders hoch.
  • Anhaltende Rötung: Die Rötung kann in seltenen Fällen über viele Monate bestehen bleiben.
  • Milia (Grießkörner): Kleine weiße Zysten können sich auf der neuen Haut bilden.

Treten solche Komplikationen auf, können medizinisch notwendige und kostspielige Nachbehandlungen erforderlich werden, die von den Krankenkassen oft nicht übernommen werden. Der Abschluss einer Folgekostenversicherung vor dem Eingriff bietet daher eine wichtige finanzielle Absicherung für den Fall unerwarteter Ereignisse.

Die Rolle moderner Alternativen (z.B. Laser)

dermabrasion vs Co2 Laser

In vielen Bereichen, in denen früher die Dermabrasion die einzige Option war, werden heute oft modernere Verfahren wie die fraktionierte Lasertherapie (z.B. CO2-Laser) bevorzugt.

Diese Methoden erlauben oft eine präzisere Steuerung der Abtragungstiefe und können mit einem geringeren Risiko für Nebenwirkungen wie Pigmentstörungen verbunden sein. Die Dermabrasion bleibt jedoch für bestimmte Narbentypen und das Rhinophym eine wertvolle und effektive Behandlungsoption in den Händen eines erfahrenen Spezialisten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Dermabrasion

Ausschließlich ein erfahrener Facharzt für Dermatologie oder Plastische und Ästhetische Chirurgie mit nachweislicher Expertise in ablativen, chirurgischen Verfahren.

Der Eingriff selbst ist durch die Anästhesie schmerzfrei. In den ersten Tagen der Wundheilung sind Schmerzen, ähnlich einer Schürfwunde, normal und werden mit Schmerzmitteln behandelt.

Das erzielte Glättungsergebnis ist langfristig, der natürliche Alterungsprozess der Haut schreitet jedoch weiter voran und kann das Hautbild im Laufe der Jahre erneut verändern.

Die Kosten sind stark abhängig vom Umfang des Eingriffs. Kleinere Narbenkorrektionen können bei ca. 500 € beginnen, während eine vollflächige Gesichtsbehandlung mehrere Tausend Euro kosten kann.

Make-up darf erst nach vollständigem Verschluss und Stabilisierung der neuen Hautoberfläche aufgetragen werden; dies ist häufig nach etwa 10–14 Tagen der Fall, der genaue Zeitpunkt wird vom behandelnden Arzt festgelegt.

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