Reduktionsplastik: Der chirurgische Fachbegriff für die Gewebeverkleinerung

Reduktionsplastik ist der chirurgische Fachbegriff für ein übergeordnetes Prinzip der Gewebeverkleinerung, nicht für einen einzelnen bestimmten Eingriff.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der reinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Bei Unsicherheiten und für die Erstellung eines individuellen Behandlungsplans ist das Gespräch mit einem qualifizierten Facharzt unerlässlich.

In der plastischen Chirurgie werden viele Begriffe verwendet, deren genaue Bedeutung oft unklar ist. Der medizinische Fachausdruck Reduktionsplastik ist hierfür ein klassisches Beispiel. Obwohl er oft als Synonym für einen bestimmten Eingriff verwendet wird, beschreibt er tatsächlich ein übergeordnetes chirurgisches Prinzip.

Dieser Artikel erklärt Ihnen präzise und verständlich, was der Begriff Reduktionsplastik exakt bedeutet, welche Eingriffe er umfasst und wie er sich von der bekannten Brustverkleinerung unterscheidet.

Was ist eine Reduktionsplastik?

Foto: Reduktionsplastik zur Gewebeverkleinerung

Die Reduktionsplastik ist der chirurgische Oberbegriff für alle operativen Verfahren, die eine Verkleinerung oder Volumenreduktion eines Organs oder einer Körperregion zum Ziel haben.

Der Name leitet sich ab von „Reduktion“ (Verringerung) und dem Suffix „-plastik“, das in der Chirurgie für „Formung“ oder „Gestaltung“ steht. Es handelt sich also um die formende Verkleinerung von Gewebe.

Einordnung des Begriffs: Oberbegriff vs. spezifische Anwendung

Obwohl der Begriff „Reduktionsplastik“ theoretisch auf viele Bereiche anwendbar ist, wird er im klinischen Alltag und im allgemeinen Sprachgebrauch überwiegend für einen bestimmten Eingriff verwendet. Es ist jedoch wichtig, die korrekte Hierarchie zu verstehen.

Die häufigste Anwendung: Die Mammareduktionsplastik (Brustverkleinerung)

Die mit Abstand bekannteste und am häufigsten durchgeführte Form ist die Brustverkleinerung. Hierbei werden überschüssiges Drüsen-, Fett- und Hautgewebe entfernt, um zu große und schwere Brüste (Makromastie) zu verkleinern und neu zu formen. Da dies der häufigste Anwendungsfall ist, werden die Begriffe „Reduktionsplastik“ und „Brustverkleinerung“ oft synonym gebraucht.

Weitere Anwendungsbereiche

Das Prinzip der Reduktionsplastik wird auch in anderen Bereichen der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie angewendet:

Labienreduktionsplastik:
Der Fachbegriff für die Schamlippenverkleinerung, bei der die inneren Schamlippen (Labia minora) verkleinert werden.

Ohrmuschelreduktionsplastik:
Die chirurgische Ohrenverkleinerung zur Korrektur von zu großen Ohren (Makrotie).

Gastrische Reduktionsplastik (Magenverkleinerung):
Ein Verfahren aus der Adipositaschirurgie, z. B. Sleeve-Gastrektomie oder Magenbypass.

Reduktionsplastiken im Überblick: Anwendungsbereiche und Ziele

Anwendungsbereich (Beispiel)Medizinischer FachbegriffPrimäre Indikation (Grund)Chirurgisches Prinzip
BrustMammareduktionsplastikMeist funktionell (Rückenschmerzen, Haltungsschäden) und zusätzlich ästhetisch.Entfernung von Drüsen-, Fett- und Hautgewebe zur Volumenreduktion und gleichzeitigen Straffung.
Innere SchamlippenLabienreduktionsplastikOft funktionell (Schmerzen bei Sport/Reibung) und/oder ästhetisch.Präzise Entfernung von überschüssigem Schleimhaut- und Weichteilgewebe zur Verkleinerung.

Risiken und die Bedeutung der Absicherung

Jede Form der Reduktionsplastik ist ein signifikanter chirurgischer Eingriff, der allgemeine und spezifische Risiken birgt. Dazu gehören je nach Eingriff Wundheilungsstörungen, Infektionen, Nachblutungen, Narbenprobleme oder ein unbefriedigendes ästhetisches Ergebnis.

Die Kosten für die Behandlung von Komplikationen oder für notwendige Revisionseingriffe werden je nach medizinischer Indikation des Ersteingriffs nicht immer von der Krankenkasse übernommen – bei rein ästhetischen Behandlungen müssen Patientinnen und Patienten die Kosten im Allgemeinen selbst tragen. Eine Folgekostenversicherung bietet finanzielle Sicherheit bei ästhetischen Eingriffen, bei denen das Risiko vollständig bei der Patientin oder dem Patienten liegt.

Häufig gestellte Fragen zur Reduktionsplastik

Meistens ist eine Brustverkleinerung gemeint, aber es ist nicht exakt dasselbe. „Reduktionsplastik“ ist der medizinische Oberbegriff für jede Art von Gewebeverkleinerung, während die Brustverkleinerung die häufigste spezifische Anwendung dieses Prinzips ist.

Das chirurgische Gegenteil ist die Augmentationsplastik oder kurz Augmentation, bei der Volumen hinzugefügt wird, z. B. bei einer Brustvergrößerung.

Je nach Anwendungsgebiet führen verschiedene Fachärzte Reduktionsplastiken durch, häufig Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie weitere spezialisierte Chirurgen.

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